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gut sozialisierte Hunde

Gut sozialisiert

Hunde aus dem Ausland sind gut sozialisiert

Diesen Satz hört man häufig, und auch wir sind davon überzeugt, dass dieser Satz auf die meisten unserer Hunde zutrifft, da sie in Gruppen gehalten werden. Aber was bedeutet das wirklich?  Versteht sich mein Hund deshalb mit jedem anderen? Die Antwort lautet selbstverständlich NEIN!
Hunde die in Rudeln leben, beherrschen die hündische Kommunikation meist tadellos. Sie haben häufig nur sporadischen und kurzen Kontakt mit den Menschen, leben umso mehr mit ihren Artgenossen zusammen.

DOCH WAS BEDEUTET DAS GENAU?

Ein Hund lebt in einem Rudel, in SEINEM Rudel. In diesem sozialen Gefüge kennt man sich, es herrschen klare Regeln und man respektiert sich gegenseitig. Jeder hat seine Aufgabe, jeder hat seinen individuellen Zugang zu den Ressourcen und es gibt nur selten Streitigkeiten. Doch auch diese Streitigkeiten sind ein wichtiger Teil der Kommunikation. Grenzen werden gezogen und das Gegenüber wird in die Schranken gewiesen. Andere Rudel sind für einen Hund und seine "Familie" Bedrohung und Konkurrenz im Revier. Mit dieser Bedrohung wird unterschiedlich umgegangen, hierbei spielt natürlich auch der Charakter eines jeden Hundes eine wichtige Rolle. Man unterwirft sich, flieht oder vertreibt die Anderen.

WAS ERWARTET NUN DER MENSCH?

In unserer Gesellschaft wird von einem "gut sozialisierten Hund" häufig erwartet, dass er sich mit jedem anderen Hund versteht und am Besten sofort mit ihm spielt. Ein Verhalten, welches für den Hund vollkommen unnatürlich ist.
Wird der Hund seinem Rudel entrissen, nach Deutschland gebracht und in ein neues Rudel gesteckt, wird er versuchen sich zu integrieren und seinen Platz zu finden. Ab dem Zeitpunkt, ab dem er sein Rudel gefunden hat, ist es für ihn also häufig vollkommen unnatürlich und gefährlich, auf ein fremdes Rudel zu treffen. So reagiert ein ausgewachsener Hund daher manchmal mit Furcht oder Aggression auf andere Hunde. Die Aufgabe des Menschen ist es nun, dem Hund schonend diese seltsamen Angewohnheiten Nahe zu bringen.

DAZU KOMMT:

Die Kommunikation der Hunde ist viel präziser und feiner als die des Menschen: Ein Blick als Warnung genügt, ein kleines Muskelzucken droht dem Gegenüber oder beschwichtigt Diesen. "Ohne Vorwarnung hat er angegriffen" ist ein Satz, den sicherlich schon Viele gehört haben.  Aber stimmt das wirklich?
Bei genauem Hinsehen sind in fast allen Fällen Warnungen deutlich sichtbar. Häufig ist es der Mensch, der die Signale nicht erkennt da er ein Knurren oder Zähne zeigen erwartet. Ein Hund, der in einem Rudel mit wenig menschlichem Kontakt gelebt hat, beherrscht die feine Kommunikation tadellos.

Das Ungestüm "Mensch" muss erst wieder lernen, diese Signale bewusst wahrzunehmen, um Fehler in der Kommunikation zu erkennen. Denn kein Hund reagiert "einfach so". Es sind Fehler, die der Mensch meist bei sich selbst suchen muss. Hunde, die von klein auf mit Menschen gelebt haben, mit wenig oder keinem Kontakt zu Artgenossen, zeigen auch häufig diese mangelnde/ inadäquate Kommunikationsfähigkeit. Ein Kläffen an der Leine, ungestümes Verhalten machen dies häufig sichtbar und führen zu Missverständnissen unter den Hunden. Durch die feine Kommunikation der gut sozialisierten Hunde kann der Mensch durch einfachste Signale seinem Hund Verhaltensweisen an- und abtrainieren. Es ist einfach mit ihnen zu kommunizieren und sie zeigen sich viel feinfühliger. 

Als Mensch ist es wichtig, die eigene Denkweise zu hinterfragen und sich auf die Ebene der hündischen Kommunikation zu begeben, um den besten Freund des Menschen verstehen zu können.

Jana Fegert, Tierschutzverein Maoland e.V.
Bild: Maoland Shelter Rumänien