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Allen Hunden eine Chance geben

Presseartikel vom 03.01.2020

Tierschutzverein Maoland kümmert sich um Vierbeiner aus Rumänien

Von Karin Freudenberger ("Heilbronner Stimme", 03.01.2020)

Wer zu Jana Fegert und Fabian Metzger in Willsbach ins Haus kommt, wird mit freudigem Gebell und Schwanzwedeln begrüßt. Dies kommt von Mischlingshündin Alma, die sich über Besucher freut. Die verschmuste Hündin ist nur eines von vielen Tieren, die das junge Paar aus Rumänien nach Deutschland gebracht hat. Allein in diesem Jahr waren es 114 Hunde, die an neue Besitzer vermittelt wurden und 34, die momentan in einer Pflegestelle auf neue Herrchen und Frauchen warten.

Wie kam es dazu? „Schon als Kind habe ich mich um Hunde in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis gekümmert, bin Gassi gegangen und habe sie gepflegt“, berichtet Fegert. Als sie dann selbstständig wurde, wusste sie sofort, dass sie gerne einen eigenen Hund hätte. Auch ihr Freund Fabian Metzger stimmte zu. Als Fegert und Metzger gemeinsam im Urlaub in Rumänien waren, haben sie das Leid der Straßenhunde hautnah erfahren. Im Ort Harsova lernten sie mit der heute 67 Jahre alten Marinela Piperea eine engagierte Tierschützerin kennen, die dort das Tierheim „Maoland“ mit rund 300 Hunden ehrenamtlich betreut. Die beiden jungen Leute waren erschrocken über die Brutalität, der Hunde in Rumänien teilweise ausgesetzt sind. Sie beschlossen spontan, etwas für die Tiere zu tun, einige nach Deutschland zu holen.

Vereinsgründung

„Zu Hause haben wir uns durch die bürokratischen Hürden einer Vereinsgründung gearbeitet, nach Mitstreitern gesucht und Möglichkeiten für den Transport durch halb Europa eruiert“, sagt Fegert. Zum 1. Dezember 2017 konnte der Tierschutzverein Maoland seine Arbeit aufnehmen. Maoland nimmt nicht ausschließlich ausländische Hunde an. „Wir haben auch schon Tiere aus Deutschland aufgenommen und sie weitervermittelt“, erklärt Viktoria Neumann.
Immer wieder fahren Fegert, Metzger und andere Teammitglieder nach Harsova, um Tiere gezielt auszusuchen. Dann geht es darum, verantwortungsvolle Besitzer zu suchen. „Wir schauen uns die Leute sehr genau an, vermitteln die Hunde  nur nach positiver Vorkontrolle und kontrollieren danach nochmals, ob alles optimal läuft“, erzählt Sabine Scherer, die die meisten dieser Kontrollbesuche durchführt.
Auch für neue Pflegestellen reist sie oft umher. Wichtig ist dem Team der Kontakt zu den Familien. Sie geben den Haltern Tipps zur Erziehung, Ernährung und bei Krankheiten. „In der Hundeschule lernen die Besitzer oft mehr als die Hunde“, weiß Fegert.

Erfolge

Über besondere Erfolge hat sich das Team auch schon gefreut. So konnte die Gruppe einen Hund als Therapiehund in eine Familie mit einem schwerstbehinderten Kind vermitteln. Andere Hunde sind in einer Rettungshundestaffel oder als Schulbegleithund im Einsatz.

Bild: Viktoria Neumann, Fabian Metzger, Jana Fegert und Sabine Scherer (von links). Foto: Karin Freudenberger